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| Prozessüberwachung |

Allgemeines

Frage:
Seit wann gibt es PRIAMUS SYSTEM TECHNOLOGIES?

Antwort: PRIAMUS SYSTEM TECHNOLOGIES gibt es seit Anfang 2001, wobei die meisten Mitarbeiter seit
über 10 Jahren in dieser Branche tätig sind und die technischen Entwicklungen in dieser Zeit sowohl im
Hardware wie im Softwarebereich hautnah miterlebt haben


Frage: Wenn ich ein Problem habe, an wen kann ich mich wenden?

Antwort: Einer der Vorzüge von PRIAMUS ist die langjährige Erfahrung seiner Mitarbeiter im Bereich der
Kunststoffverarbeitung, in der Messtechnik und vor allem in der Kombination von beiden Gebieten. Wo
Sie uns und unsere Partner finden, ist aktuell im Abschnitt „Über uns“ auf dieser Homepage aufgelistet.
Sie können sich auch jederzeit über unsere Kontaktadresse info@priamus.com mit uns in Ver-
bindung setzen.


Frage: Kann ich die Sensorposition im Werkzeug bzw. in der Kavität selber bestimmen oder muss das
immer ein Fachmann tun?


Antwort: Die Positionierung eines Sensors im Spritzgiesswerkzeug unterliegt einigen wenigen Faus-
tregeln, wobei jedoch je nach Art des Sensors (Druck oder Temperatur) unterschieden werden
muss.
Ein Werkzeuginnendrucksensor sollte prinzipiell in der Nähe des Anschnitts platziert werden, da dort
aufgrund des Druckabfalls zwischen Anschnitt und Fliesswegende der höchste Informationsgehalt
erreicht wird (höhere Drücke, längere Druckwirkzeit). Natürlich können Werkzeuginnendrucksensoren
an jeder beliebigen Stelle in der Kavität platziert werden (Ausnahme: gegenüber des Anschnitts!), falls es
die Problematik erfordert. Tem
peratursensoren sollten jedoch in der Nähe des Fliesswegendes platziert
werden, da sie dort gleich mehrfach genutzt werden können: z.B. zum automatischen Umschalten auf
Nachdruck, zur Überwachung der Formfüllung, zur Balancierung von Mehrfach-Heisskanal-Werkzeugen
und zur Prozessregelung.


Frage: Was ist der Vorteil, wenn ich Sensoren im Werkzeug einsetze?

Antwort: Im Gegensatz zu Maschinensignalen kann mit Hilfe von Sensoren im Werkzeug die Qualität des
Spritzteils selbst beurteilt – und damit überwacht, geregelt und dokumentiert - werden. D.h., dass mit Hilfe
der Werkzeugsensorik eine maschinenunabhängige Qualitätssicherung erreicht wird.


Frage: Was muss ich tun, damit meine Teile dokumentiert sind?

Antwort: Es kommt nicht darauf an, möglichst viele Daten zu sammeln, sondern die jeweils richtigen.
PRIAMUS Software-Systeme beinhalten die für die jeweilige Anwendung wichtigen Dokumentationsdaten
unabhängig von der verwendeten Spritzgiessmaschine.


Frage: Kann ich bei PRIAMUS nur die Komponenten einkaufen oder bieten Sie auch Dienstleistungen an?

Antwort: Wir bieten nicht nur einzelne Komponenten an, sondern gesamte Systeme und Problem-
lösungen. In diesem Rahmen besteht auch die Möglichkeit, spezielle Projekte zu vereinbaren, zu betreuen
und zu realisieren.


Frage: Kann ich PRIAMUS Produkte direkt beim Maschinenhersteller bestellen?

Antwort: Elektronikgeräte wie z.B. Verstärker können auch direkt über die meisten Maschinenhersteller
bezogen werden. Werkzeugbezogene Produkte wie z.B. Sensoren müssen über PRIAMUS bezogen
werden.


Frage: Wird die Signalqualität durch die Verwendung mehrerer Verlängerungskabel hintereinander
schlechter und wird die Messgenauigkeit dadurch beeinflusst?

Antwort: Prinzipiell nimmt mit zunehmender Kabellänge der Frequenzbereich des Messsignals ab. Dies
spielt jedoch bei allen Anwendungen im Spritzgiessbereich (Kabellänge < 20 m) keine Rolle. Es wird
jedoch grundsätzlich empfohlen, Verlängerungskabel „in Ruhe“ (also nicht an bewegten Teilen) zu
verlegen, um Störungen zu vermeiden.


Frage: Unsere Teile sind zu einfach, die Technik ist zu teuer, das rechnet sich bei meinen Teilen nicht,
da brauchen wir keinen Sensor.

Antwort: Es sind sicherlich nicht nur Hightech-Teile, die dem wirtschaftlichen Kostendruck unterliegen. Es
ist durchaus üblich, dass auch Billigprodukte nur dann vom Abnehmer akzeptiert werden, wenn eine
einwandfreie Qualität für alle gelieferten Teile (100 %) garantiert werden kann. Dies ist jedoch nur mit einer
automatisierten Qualitätsüberwachung und einer Ausschussweiche realisierbar. Oft sind es auch Teile, die
nicht aufgrund der Kosten, sondern aufgrund der Produkthaftung überwacht und dokumentiert werden
müssen (Airbag-Stecker, Sicherheitsverschlüsse etc.).


Frage: Bis jetzt haben wir Produkte vom Wettbewerb eingesetzt und sind zufrieden mit den Systemen.
Warum sollen wir uns einen neuen Systemlieferanten ins Haus holen?

Antwort:

  • Wir setzen auf neueste Technologien, z.B. die Ladungsverstärker-Elektronik, linearisierte
    Ausgangssignale bei Temperaturverstärkern
  • Neue Ideen wurden umgesetzt, z.B. Sensorerkennung, automatische HK-Balancierung
  • Durchgängige Beratung, von der Simulation über Prozessanalyse bis hin zum Überwachungs- oder
    Regelungssystem

Frage: Wir fertigen nur für den Eigenbedarf, da muss nichts dokumentiert werden.

Antwort: Es ist ein wirtschaftlicher Grundsatz, so günstig wie möglich, allerdings mit der besten Qualität zu
produzieren. Gerade im Fall des Eigenbedarfs sollten die Kosten verstärkt betrachtet werden. Ein
optimierter Prozess ist jedoch ohne die geeigneten messtechnischen Mittel undenkbar!


Frage: Da wir keine Dauerläufer haben und unsere Stückzahlen relativ niedrig sind, rentiert sich die Ausrüstung nicht.

Antwort: Bei der Entwicklung der PRIAMUS Produktpalette wurde sehr viel Wert auf Modularität gelegt. Es
besteht durchaus die Möglichkeit, eine Maschine so auszurüsten, dass viele verschiedene Werkzeuge mit
demselben System überwacht oder geregelt werden. Hierbei gibt es sowohl tragbare wie auch fest
installierte Lösungen bis hin zu fabrikweiten vernetzten Systemen.


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Temperaturmessung

Frage: Was ist der Vorteil der Temperaturmessung in der Kavität?

Anwort: Grundsätzlich können sich Werkzeuginnendruck und Werkzeugwandtemperatur nicht
gegenseitig ersetzen. Die wichtigste Frage, die sich stellt ist: welche Problematik kann mit den geringsten
Kosten gelöst werden? Dabei können der eine oder andere Parameter, oder aber beide gleichzeitig zum
Ziel führen. Beispiel:

  • Eine sinnvolle oder gar automatisierte Prozessoptimierung im Spritzgiessen wird ohne den
    Werkzeuginnendruck kaum möglich sein.
  • Dagegen gibt es zahlreiche Anwendungen, für die die wesentlich kostengünstigere
    Werkzeugwandtemperaturmessung ausreicht (automatische Umschaltung, automatische
    Füllbalancierung, Prozessüberwachung etc.).
  • Eine Qualitätsregelung ist aufgrund des p,v,T-Verhaltens nur mit Hilfe beider Parameter
    realisierbar.

Frage: An meinem Temperatursensor ist das Kabel abgerissen. Kann ich das selbst wieder reparieren?

Antwort: Wenn das Kabel nicht unmittelbar vor der Fassungshülse gerissen ist, ja. Es wird empfohlen, die
beiden Kabelenden mit Hilfe einer Hülse zu krimpen (Quetschverbindung).


Frage: Warum soll ich die Temperatur direkt an der Kavitätsoberfläche messen?

Antwort: Weil es an dieser Stelle eine direkte und definierte Beziehung zur Schwindung des Spritzteils
gibt.


Frage: Kann ich mit dieser Temperaturinformation auch meine Werkzeugwandtemperatur regeln?

Anwort: Dieses Signal kann an das Temperiergerät direkt angeschlossen und zur Regelung der
Werkzweugwandtemperatur verwendet werden.


Frage: Kann man auf Drucksensoren verzichten?

Antwort: Für das Balancieren von Mehrfach-Heisskanalwerkzeugen, ja. Für viele andere Anwendungen,
wie z.B. das Optimieren von Spritzgiesswerkzeugen, haben Werkzeuginnendrucksensoren nach wie vor
ihre Berechtigung. Für eine Prozessregelung werden beide Signale notwendig sein.


Frage: Können PRIAMUS-Temperatursensoren an der Front bearbeitet werden?

Antwort: Prinzipiell nein (in Ausnahmefällen und auf Rückfrage).


Frage: Gibt es PRIAMUS-Temperatursensoren auch grösser?

Antwort: PRIAMUS-Temperatursensoren können auch mit einer Hülse geliefert werden. Bitte kontaktieren Sie PRIAMUS für weitere Informationen.


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Werkzeuginnendruck

Frage: Viele Vorteile der Werkzeuginnendruckmessung sind mittlerweile bekannt. Müssen denn neben
dem Werkzeuginnendruck noch weitere Signale für eine Qualitätssicherung miteinbezogen werden,
oder reicht dies aus?

Antwort: Die Qualität eines Spritzteils ergibt sich über das sogenannte p,v,T-Verhalten der Kunststoff-
schmelze. Mit anderen Worten: wie verändert sich der Druck, das Volumen und die Temperatur der
Kunststoffschmelze während der Formteilbildung. Um diesen Prozess ausreichend zu beschreiben,
müssen prinzipiell zwei der drei Parameter bekannt sein. Aus praktischer Sicht bietet es sich an, den
Druck und die Temperatur zu messen, wobei je nach Anwendung und Problematik durchaus einer der
beiden Parameter ausreichen kann. Das vollständige Füllen einer Kavität kann durchaus nur mit einem
kostengünstigen Temperatursensor überwacht werden, ebenso kann mit diesem Signal automatisch vom
Füll- auf den Nachdruckvorgang umgeschaltet werden. Eine umfassende Prozessregelung führt jedoch
nicht an der Messung beider Signale vorbei.


Frage: Welchen Werkzeuginnendruck-Sensor soll ich kaufen?

Antwort: Im Laufe der letzen Jahre haben sich Standard-Sensordimensionen im Markt durchgesetzt und
in vielen Anwendungen bewährt. In den meisten Fällen wird ein Sensor aufgrund seiner Grösse aus-
gewählt. Ist genügend Platz vorhanden macht es keinen Sinn, einen Miniatur-Werkzeuginnendruck-Sensor
einzusetzen, der in der Regel teurer und weniger empfindlich ist.
Eine wesentliche Neuigkeit auf dem Markt ist das PRIASEDTM-System, womit die Empfindlichkeit des
Sensors automatisch erkannt wird. Der entsprechende Ladungsverstärker nimmt alle notwendigen
Einstellungen automatisch vor, was die industrielle Handhabung wesentlich vereinfacht.


Frage: An meinem Drucksensor ist das Kabel abgerissen. Kann ich das selbst wieder reparieren?

Antwort: Prinzipiell nein. In der piezoelektrischen Messtechnik müssen immer hochisolierende Kabel und
Steckverbindungen benutzt werden, um den erforderlichen Isolationswiderstand zu gewährleisten.
Gerade bei einer Kabelreparatur sind deshalb besondere Massnahmen zu beachten. Wir empfehlen
deshalb, ein defektes Kabel zur Reparatur immer an uns zurückzusenden. Wir empfehlen auch, ein
Ersatzkabel zu bevorraten. So können Sie im Ernstfall das Kabel selbst austauschen.


Frage: Funktionieren PRIAMUS Werkzeuginnendruck-Sensoren auch mit Verstärkern anderer
Hersteller?

Antwort: Sämtliche PRIAMUS Werkzeuginnendruck-Sensoren können mit Ladungsverstärkern anderer
Hersteller betrieben werden. Selbst PRIAMUS Sensoren mit automatischer Empfindlichkeitserkennung
(PRIASEDTM System) können mit einem Adapterkabel an Verstärker anderer Hersteller angeschlossen
werden. Dies ist jedoch nicht zu empfehlen, da diese Geräte eine Sensorempfindlichkeit nicht automatisch
erkennen können.


Frage: Können konventionelle Werkzeuginnendruck-Sensoren an PRIAMUS Ladungsverstärker
angeschlossen werden?

Antwort: Auch Standardsensoren anderer Hersteller können an PRIAMUS Ladungsverstärker
angeschlossen werden. In diesem Fall arbeiten die Ladungsverstärker nach dem herkömmlichen Prinzip,
d.h. die automatische Empfindlichkeitserkennung und Bereichseinstellung etc. werden deaktiviert.


Frage: Was bringen mir die einstellbaren Ladungsbereiche?

Antwort: PRIAMUS Ladungsverstärker verfügen über einen weit grösseren Ladungsbereich und eine
weitaus grössere Anzahl schaltbarer Bereiche als die vergleichbaren Produkte auf dem Markt. Auf diese
Weise kann ein viel grösserer Anwendungsbereich abgedeckt (z.B. auch in der piezoelektrischen
Kraftmessung) und vor allem eine viel höhere Signalauflösung erreicht werden. Es ist z.B. möglich, dass
mit demselben Ladungsverstärker ein Signal mit sehr wenig Ladung und gleich anschliessend oder
abwechselnd ein Signal mit sehr hoher Ladung gemessen wird.


Frage: Werden PRIAMUS Ladungsverstärker von allen Spritzgiessmaschinenherstellern benutzt?

Antwort: PRIAMUS Ladungsverstärker können bei den meisten Maschinenherstellern direkt bestellt
werden. Sollte dies einmal nicht der Fall sein, können die Verstärker mit Hilfe eines Adapterkabels an
bereits existierende Schnittstellen angeschlossen werden. Bitte beachten Sie, dass einige dieser
Maschinen-Schnittstellen nicht dem Stand der Technik entsprechen, und somit von manchen Herstellern
noch nicht die volle Funktionalität zur Verfügung gestellt wird.


Frage: Können Werkzeuginnendruck-Sensoren an der Sensorfront bearbeitet werden?

Antwort: Werkzeuginnendruck-Sensoren können in der Regel bis zu einer Tiefe von 0,5 mm an der
Sensorfront bearbeitet werden (schleifen oder erodieren). In Falle einer asymmetrischen Bearbeitung
muss dann jedoch eine Verdrehsicherung am Sensorkörper vorgesehen werden. Bei Unsicherheiten
wenden Sie sich bitte an PRIAMUS.


Frage: Kann man Werkzeuginnendruck-Sensoren auch im Anguss platzieren?

Antwort: Prinzipiell ja. In der Praxis empfehlen wir, dies möglichst zu vermeiden, da das Messsignal u.U.
keinen Rückschluss auf das eigentliche Formteil zulässt (Beispiel: Tunnelanschnitt, Filmanschnitt). In jedem
Fall kann das Signal im Anguss nach dem Versiegeln des Anschnittes nicht mehr zum Vergleich
herangezogen werden, was hinsichtlich des Schwindungsvorgangs jedoch sehr wichtig sein kann.


Frage: Bisher hat es auch ohne Sensor funktioniert. Warum sollten wir jetzt einen Sensor einsetzen?

Antwort:

  • Ausschussrate kann reduziert werden
  • Optimierung der Zykluszeit
  • Schutz vor Werkzeugschäden durch unzulässige Drucküberschreitung
  • Verkürzung der Richtzeiten (z.B. bei Einstellung eines optimalen Nachdruckprofils)
  • Einsparung von Energiekosten

Frage: Werkzeuginnendruckmesstechnik will doch heute keiner mehr. Früher hat man das mal gebraucht als die Maschinentechnik noch nicht so ausgereift war.

Antwort: Leider wurden die Möglichkeiten dieser Technologie sehr oft nicht ausgenutzt. Ein Werkzeug-
innendrucksignal bietet sehr viel mehr Information wie z.B. nur einen Maximalwert. Darüber hinaus bietet
auch die beste und modernste Maschinentechnik keine Möglichkeit, Rückschluss auf die Teilequalität zu
ziehen. Maschinensignale sind Einstellwerte, während das Werkzeuginnendrucksignal das Ergebnis aus
dieser Einstellung widerspiegelt.


Frage: Wir haben schon mal damit gearbeitet aber nicht die gewünschten Erfolge gehabt.

Antwort: Die Werkzeuginnendruckmesstechnik bietet einerseits sehr viele Möglichkeiten, verlangt jedoch andererseits ein gewisses Mass an Erfahrung, um diese Möglichkeiten vollumfänglich nutzen zu können. PRIAMUS SYSTEM TECHNOLOGIES bietet Schulungen an, die auf Wunsch auch vor Ort durchgeführt werden.


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Regelsysteme

Frage:  Warum soll ich den Spritzgiessprozess regeln, nachdem ich doch schon eine Füll-Simulation
gemacht habe?

Antwort: Eine Füllbildsimulation dient in erster Linie zur Optimierung eines Werkzeuges während der
Konstruktionsphase und ist zu diesem Zeitpunkt auch ein äussert effektives Hilfsmittel. Natürlich können
auch Maschineneinstellungen „berechnet“ und vorhergesagt werden, was bis zu einem gewissen Punkt
eine Erleichterung in der Prozessoptimierung darstellt. Während der eigentlichen Produktion führt jedoch
kein Weg an den gemessenen Prozessdaten im Werkzeug vorbei.
Wir gehen davon aus, dass sich der Prozess aufgrund der Umgebungsbedingungen ständig ändert. Eine
Simulation des Prozesses kann deshalb bestenfalls eine Momentaufnahme abbilden. Um eine möglichst
konstante Qualität des Spritzteils zu erhalten, ist es jedoch notwendig, die Spritzparameter ständig
anzupassen, um die jeweiligen Qualitätsschwankungen im Teil zu kompensieren.


Frage: Kann ich mit einem Prozessregelsystem Bedienpersonal einsparen?

Antwort: Prozessregelsysteme für den Spritzgiessprozess dienen in erster Linie dazu, die geforderte
Qualität der Spritzteile vollautomatisch innerhalb möglichst enger Toleranzen herzustellen. Sowohl mit
Prozessüberachungs- wie auch mit Prozessregelsystemen ist immer ein gewisser Grad an Automation
verbunden, was sich schliesslich auch in der Einsparung von Personal widerspiegelt.


Frage: Kann ich jedes Mehrkavitätenwerkzeug mit dem PRIAMUS Fill optimieren? Was ist z.B. mit Familienwerkzeugen?

Antwort: PRIAMUS Fill balanciert den Füllvorgang bei Mehrkavitäten-Heisskanalwerkzeugen. Das
angewandte Regelprinzip kann für Kaltkanäle nicht verwendet werden. Familienwerkzeuge können jedoch
dann geregelt bzw. balanciert werden, wenn die verschiedenen Anschnitte optimal ausgelegt sind, d.h.
wenn aufgrund der Anschnittoptimierung ein gleichzeitiges Füllen der unterschiedlichen Kavitäten
gewährleistet ist.


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Anwendungen

Frage:
Warum soll ich durch eine Referenz-Innendruckkurve schneller zu meiner geforderten Teilequalität kommen wie mit meinen Maschineneinstelldaten?

Antwort:
Die Maschineneinstelldaten repräsentieren die Teilequalität in keiner Weise. Selbst zwei
Spritzgiessmaschinen gleicher Bauart garantieren bei gleicher Einstellung nicht die gleiche Teilequalität.
Schon eine unterschiedliche Kalibrierung der Maschinenregelung führt zwangsläufig zu einem
unterschiedlichen Resultat. Die einzige Möglichkeit für eine qualitätsbezogene Teileabmusterung führt über
das Werkzeuginnendruck-Signal und die Werkzeugwandtemperatur. Sind diese Signale identisch, kann auch
von der gleichen Teilequalität ausgegangen werden – unabhängig von den Einstellparametern der Maschine.


Frage: Meine Maschinensteuerung gibt mir alle Werte an wie z.B. Schneckenweg, Drücke, Positionen
und überwacht diese auch. Warum benötige ich jetzt auf einmal eine Tool-Box um eine Aussage über die
Fähigkeit meiner Maschine machen zu können?

Antwort: Jede Fähigkeitsanalyse legt die Qualität des Spritzteils zugrunde. Weder die Kurzzeitfähigkeit
(ehemals Maschinenfähigkeit) noch die Prozessfähigkeit kann ohne Qualitätsinformation des Spritzteils
berechnet werden. In jedem Fall wird also entweder ein Werkzeuginnendruck-Signal, eine Werkzeug-
wandtemperatur, ein Gewicht oder ein Mass des Spritzteils benötigt. Die PRIAMUS Tool Box bietet neben
vielen anderen Software-Modulen die Möglichkeit, eine Fähigkeitsanalyse auf der Grundlage dieser Signale
auf einfache Weise durchzuführen. Nur die Maschinensignale allein bieten diese Möglichkeit nicht.


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Prozessüberwachung

Frage: Warum reicht es nicht aus, die bereits vorhandenen Maschinensignale wie den Hydraulikdruck zu überwachen, das ist doch viel günstiger?

Antwort: Maschinensignale wie der Hydraulikdruck sind weit weg von der eigentlichen Formteilbildung in
der Werkzeugkavität und physikalisch „entkoppelt“ von der Teilequalität. Ein Spritzteil, das nur teilweise
gefüllt wird oder Einfallstellen aufweist, kann über ein Maschinensignal wie den Hydraulik- oder
Düsendruck nicht erkannt werden. Eine Prozessüberwachung nur über Maschinensignale ist daher nur
wenig sinnvoll.


Frage: Brauchen wir überhaupt eine Prozessüberwachung? Wie rechnet sich das?

Antwort: Es gibt immer wieder Aussagen, die die Berechtigung einer werkzeugbasierten
Prozessüberwachung ganz oder teilweise in Frage stellen:

  • „Der Schmelzedruck in der Düse tut’s auch“
  • „Sensorik im Werkzeug ist zu teuer“
  • „Sensoren im Werkzeug braucht man nur für Hightech-Teile etc.“

Leider beruhen diese Aussagen nicht immer auf fundiertem Prozessverständnis. Beispiel:

  • Der wesentliche Unterschied zwischen Schmelzedruck und Werkzeuginnendruck besteht darin, dass die Kunststoffschmelze in der Düse niemals abkühlt und erstarrt, während dies in der Kavität geschieht. Es besteht deshalb keine Beziehung zwischen dem Schmelzedruck in der Düse und der Schwindung eines Spritzteils. Über lokale Qualitätsinformationen (z.B. Einfallstellen) oder Spritzteile, die mit einem Heisskanalsystem hergestellt werden, kann mit Hilfe des Düsendrucks keinerlei Aussage gemacht werden.

  • Die Kosten für eine effektive Qualitätssicherung sind „relativ“. Betrachtet man die effektiven Einsparungen unter Einbezug sämtlicher Randbedingungen ergeben sich sehr schnell und für fast alle Anwendungen überzeugende Argumente für den Einsatz von Überwachungs- und Regelsystemen. Ein einfaches Programm zur Abschätzung solcher Systeme („Kosten-Nutzen-Analyse“) können Sie unter dem Menüpunkt ‚Downloads’ herunterladen.

  • Es sind sicherlich nicht nur Hightech-Teile, die dem wirtschaftlichen Kostendruck unterliegen. Es ist durchaus üblich, dass auch Billigprodukte nur dann vom Abnehmer akzeptiert werden, wenn eine einwandfreie Qualität für alle gelieferten Teile (100 %) garantiert werden kann. Dies ist jedoch nur mit einer automatisierten Qualitätsüberwachung und einer Ausschussweiche realisierbar.

Frage: Wir regeln und überwachen die Maschinenparamater, das reicht völlig aus und wir haben geregelte Maschinen, da brauchen wir keine Sensorik in der Maschine.

Antwort:

  • Maschinensignale wie der Hydraulikdruck sind weit weg von der eigentlichen Formteilbildung in der Werkzeugkavität und physikalisch „entkoppelt“ von der Teilequalität. Ein Spritzteil, das nur teilweise gefüllt wird oder Einfallstellen aufweist, kann über ein Maschinensignal wie den Hydraulik- oder Düsendruck nicht erkannt werden. Eine Prozessüberwachung nur über Maschinensignale ist daher nur wenig sinnvoll, insbesondere nicht bei Mehrfach-Werkzeugen.

  • Der Unterschied zwischen Schmelzedruck und Werkzeuginnendruck besteht darin, dass die Kunststoffschmelze in der Düse niemals abkühlt und erstarrt, während dies in der Kavität geschieht. Es besteht deshalb keine Beziehung zwischen dem Schmelzedruck in der Düse und der Schwindung eines Spritzteils. Über lokale Qualitätsinformationen (z.B. Einfallstellen) oder Spritzteile, die mit einem Heißkanalsystem hergestellt werden, kann mit Hilfe des Düsendrucks keinerlei Aussage gemacht werden.

Frage: Die Technik zahlt mir mein Kunde nicht, und wenn ich es selber bezahlen muss, bin ich nicht mehr wettbewerbsfähig.

Antwort: Die Kosten für eine effektive Qualitätssicherung sind „relativ“. Betrachtet man die effektiven Einsparungen unter Einbezug sämtlicher Randbedingungen ergeben sich sehr schnell und für fast alle Anwendungen überzeugende Argumente für den Einsatz von Überwachungs- und Regelsystemen.


Frage: Wir haben noch nie eine Überwachung benötigt.

Antwort: Es ist durchaus möglich, eine Produktion ohne Qualitätsüberwachung zu fahren, dieses ist jedoch aus heutiger Sicht kaum zu empfehlen, da der Endkunde ohne weiteres Regressansprüche geltend machen kann. Und die Beweispflicht liegt in diesem Fall beim Hersteller. Eine teilebezogene Qualitätssicherung verbessert nicht nur die Qualität, sie dokumentiert sie auch.


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